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Wie läuft ein Saunabesuch richtig ab?                        Zurück

Ich stelle immer wieder fest, dass viele Leute schon oft, oder sogar regelmässig in der Sauna waren, aber über den korrekten Ablauf und die gesundheitlichen Auswirkungen des Sauna-Bades eigentlich sehr wenig wissen.
Man hat sich die Info-Bilder bei der Kabine kurz angeschaut und bei den anderen Besuchern (die vielleicht auch nicht so genau wissen was sie tun) beobachtet und es ihnen gleichgetan.
Deshalb möchte ich hier gerne einige Grundsatzinformationen geben und vorallem den richtigen Ablauf beschreiben. Ihr Körper wird es Ihnen danken!

 

(Die nachfolgenden Tipps gelten sowohl für finnische (trockene) Sauna wie auch für die feuchten Saunaformen.)

Einen Saunabesuch muss man planen und auf jeden Fall genügend Zeit einrechnen (1 ½ -2 Stunden).


Es kann auch gut ein Erlebnis für die ganze Familie sein. Denn auch Kinder und Kleinkinder dürfen grundsätzlich in die Sauna.

Achten Sie darauf, dass Sie 1 Stunde vor der Sauna kein schweres Essen mehr zu sich nehmen.
Gehen Sie aber nie hungrig oder durstig ins Schwitzbad.
Auch Sauna und Alkohol vertagen sich sehr schlecht – ja es kann sogar sehr gefährlich werden!

Der Saunabesuch beginnt mit dem Entkleiden.
Ein Sprichwort sagt: „Mit den Kleidern soll man gleichzeitig auch die Sorgen an der Garderobe ablegen!“

Zuerst macht man die Grundreinigung vom Alltag (duschen, ev. Fussdesinfektion).
Gehen Sie nun für den ersten Saunagang in die Kabine.
Achten Sie darauf, dass sie Haare und Haut vorher abtrocknen.
Drehen Sie die Sanduhr, damit Sie wissen wie lange Sie schon drin sind.
Liegen oder sitzen Sie auf Ihr grosses Badetuch. (Jeder (!) Körperteil gehört auf das Badetuch, da das Holz sonst den Schweiss aufsaugt und so für alle unhygienisch wird! Also auch unter die Füsse oder an die Rücklehne beim Sitzen.)
Grundsätzlich ist das Liegen für den Körper am Verträglichsten, da das Herz weniger arbeiten muss.
Verhalten sie sich ruhig (wenig reden, keine Turnübungen) und entspannen Sie sich.
Bleiben Sie so lange in der Kabine, wie es Ihnen wohl ist.
Setzen Sie sich vor Verlassen der Kabine für mindestens 30 Sekunden aufrecht hin (Kreislauf Angewöhnung!).
Zwingen Sie sich nicht noch länger auszuharren. 15 Minuten sollte das absolute Maximum sein – länger bringt nichts!

Nehmen Sie nach dem Verlassen der Kabine ein „Luftbad“.
Gehen sie dazu ruhig hin und her (im Freien oder vor einem offenen Fenster) und atmen Sie tief und regelmässig für 1 bis 2 Minuten.
Damit versorgen Sie den ganzen Organismus (Haut und Lunge) mit Sauerstoff (der in der Kabine nicht so reichhaltig vorhanden war).
Da Sie aus der Wärme kommen sind alle Poren am Körper offen und begünstigen so den Gasaustausch. (Nach dem Abkühlen ist dieser Effekt viel kleiner!)
Die Finnen machen das auch, indem sie zum See spazieren.

Nun folgt die Abkühlung. Entweder unter der Dusche, mit dem Kneipp-Schlauch, unter der Schwallbrause oder im Tauchbecken (hier zuerst Duschen damit aus Hygienegründen möglichst wenig Schweiss ins Tauchbecken gelangt).

 

Machen Sie diese Abkühlung! Auch wenn es Sie Überwindung kostet. Und zwar mit möglichst kaltem Wasser!
(Sie laufen sonst Gefahr, dass sie einen Hitzestau erleiden! Es kann sich durch Schwindel, Kopfweh oder Übelkeit bemerkbar machen.)
Am wenigsten belastend für den Kreislauf ist, wenn die Abkühlung immer von der Peripherie zum Herzen hin erfolgt.
Also zuerst ein Bein, dann das Andere, nachher ein Arm, dann der Andere, nochmals die Beine, das Gesäss, der Bauch, Rücken, Brust und zum Schluss auch noch Hals, Nacken und Schläfen. (Das funktioniert auch im Tauchbecken!)
Trockene Sie sich ausgiebig ab. Ziehen Sie ev. Ihren Bademantel an.

Als nächstes folgt das warme Fussbad. Das machen viele Leute nicht, oder falsch!
Es nimmt aber in der korrekten Saunaanwendung eine zentrale Stellung ein.
Lassen Sie dazu warmes Wasser in das Fussbecken ein (nicht zu heiss).
Tauchen Sie nun Ihre Füsse für ca. 1 Minute ins Becken. (Wenn Sie nun wieder zu schwitzen beginnen, gehen Sie sich nochmals kalt duschen und wiederholen Sie das Fussbad.)
Trocknen Sie die Füsse sorgfältig ab.

Die Erklärung dazu: Wir haben durch den Saunagang unsere Kerntemperatur um ca. 1 Grad erhöht (leichtes Fieber).
Abhilfe erfolgt durch das Blut, welches nun in grosser Menge durch die erweiterten Blutgefässe zur Hautoberfläche gelangt, dort abkühlen kann und zurück in das Körperinnere strömt und auch dort Abkühlung bringt.
Durch den „Schock“ mit dem kalten Wasser ist unsere Haut jetzt zwar kalt.
Aber weil das Abkühlen so schnell und heftig statt gefunden hat, sendet unser Gehirn nun sofort den Befehl, alle Blutgefässe wieder zu verengen, damit wir uns nicht unterkühlen.
Somit gelangt also das Blut gar nicht erst an die Hautoberfläche und kann auch nicht abkühlen!
Mit dem warmen Fussbad "überlisten" wir nun diesen Steuermechanismus.
Da die Füsse eine reflektorische Wirkung haben (bekannt z.B. bei der Fussreflexzonenmassage) melden Sie dem Gehirn, dass wir wieder warm haben und dieses reagiert prompt, indem die Blutgefässe wieder erweitert werden.
Der Wärmeaustausch an der Hautoberfläche kann nun stattfinden.
Der Clou an der Sache ist eben der schnell Wechsel (Schock) zwischen warm und kalt, respektive engen und weiten Blutgefässen.
Denn so erfahren die Gefässwände ein Training und eine Stärkung (bekannt auch aus den Kneipp-Anwendungen).
So kann unter anderem gegen Venenleiden u.v.m. vorgebeugt werden.

Es folgt die Ruhephase.
Um nun dem Körper die nötige Zeit zum Herunterkühlen zu geben, aber auch um sich von den Anstrengungen zu erholen, legen wir eine Ruhepause ein.
Am besten liegend, in einer Gesundheitsliege (Füsse leicht erhöht) für mindestens die gleiche Zeitdauer wie wir uns in der Saunakabine aufgehalten haben. Grundsätzlich also ca. 15 Minuten.
Vermeiden Sie auch hier Freiübungen, körperliche Anstrengungen und Stress.
Lesen, Musikhören, leichte Unterhaltungen oder einfach Nichtstun sind angesagt.

So, nun sind wir bereit für den 2. Saunagang. Dieser verläuft genau wie der Erste.

Bei genügend Lust und Zeit folgt optimalerweise noch ein 3. Saunagang.

Abschliessend macht man die Schlussreinigung und Körperpflege und achtet vor dem Verlassen der Saunaanlage auch noch darauf, dass auch die nächsten Besucher ein sauberes Badevergnügen antreffen.

Während der Sauna sollte man am besten nichts essen oder trinken.
Das unterstützt die Reinigung des Blutes.
Achten Sie aber darauf, dass Sie nicht in eine Unterzuckerung oder Dehydrierung kommen.
Trinken Sie in diesem Fall am besten Wasser oder Fruchtsäfte und essen Obst oder Traubenzucker.

Wenn Sie noch weitere Fragen haben, so kontaktieren Sie mich. Oder fragen eine andere Fachperson, oder Ihren Hausarzt.